0049 151/27165792

[email protected]                   [email protected]

Burghard Zacharias

Ich treffe auf Atiya

Am Strand werde ich beim Filmen von einem Teenager angesprochen, als ich sie mit ins Bild nehme. Sie heißt Atiya und vertreibt sich die Zeit mit einer Freundin und deren etwa einjährigem Kind.


Abb. 7:  Begegnung am Strand


Ich soll erklären, wie meine Filmkamera funktioniert und das natürlich auch präsentieren. Und schon sind wir im Gespräch. Haben dann über dieses und jenes geschwatzt. Und immer wieder ihr Hauptthema: Am liebsten möchte sie nach Europa.


Frage Atiya nach ihrem Zuhause . „O. k., gehen wir“, sagt sie, „ich zeige es Dir, es ist gleich um die Ecke“.


Es folgen im Buch Text und Fotos


Ich treffe auf eines der üblichen Häuser: Vier feste Wände, zwei Fenster, eine Tür, ein Dach über dem Kopf. Das Haus ist zugleich Wohnzimmer, Küche und Schlafzimmer, vergleichbar dem, was ich bereits gestern mehrfach gesehen hatte und bei unserem Koch filmen durfte.


Es leben dort die Mutter und zwei Brüder, wohl auch noch eine, zur Zeit meines Besuches nicht anwesende Schwester, aber das ist mir bei unserem holperigen Englisch nicht so recht klar geworden. Der Vater ist die Woche über zur Arbeit in Mombasa.


„Kannst Du mir Mombasa zeigen?“, will ich von Atiya wissen. „Ja, natürlich“. „Also gut, dann sehen wir uns morgen um 9:30 Uhr“, schlage ich vor. Resiki stimmt zu.


Es folgen drei Seiten, auf denen ich den Ort Mnarani näher beschreibe sowie Erlebnisse auf dem Ausflug nach Mombasa.


Zurück im Bus fragt Atiya, ob sie denn bei mir duschen könne. In Anbetracht ihrer mir seit gestern bekannten häuslichen Verhältnisse empfinde ich das als nicht unnormal und stimme zu.


Erstaunlich war es dann aber doch für mich, wie sie, gerade den Kinderschuhen entwachsen, noch nicht wieder angezogen nach der Dusche, mir, einem Jahrzehnte Älteren klarzumachen versuchte, dass ich der Mann ihres Lebens sei.


„Was, Du hast eine Frau? Das ist doch kein Problem; ein Mann kann in Kenia mehrere Frauen haben“.


Mehrfach betont sie, dass sie 17 Jahre alt sei und voll für sich verantwortlich - was ich beides nicht so recht glaube und ihr auch sage.


„Heute Abend schlafe ich hier in dem freien Bett“, ist ihre Antwort.


Abb. 14 Atiya in Variationen


Ich versuche, ihr zu erklären, dass das nicht geht, weil ich schließlich auch nur ein Mann bin. „Ja, und wo ist das Problem“, meint sie. „Es ist doch wohl normal, wenn Männer und Frauen Sex miteinander haben.“

0